Der Transport auf dem Landweg...

 

Auch wir haben uns Gedanken gemacht, auf welchem Weg die vermittelten Vierbeiner in ihr neues Zuhause kommen.

Es gibt nur die Möglichkeit per Flieger oder den Transport mit einem Auto.

Da wir immer wieder danach gefragt werden, wie lange so ein Transport dauert und ob es nicht mit dem Flugzeug für die Tiere einfacher wäre, hier unsere Gedankengänge.

 

Fliegen ist für den Hund oft anstrengend und muss sehr gut vorbereitet werden. Während kleine Hunde (meistens bis 5 Kg) noch in der Kabine unter dem Sitz mitreisen dürften, müssen große Hunde in einer geeigneten Flug-Transportbox in den Gepäckraum. Der Hund muss rechtzeitig vor dem Flug an diese Box gewöhnt werden und muss vor dem Flug von einem Tierarzt für gesund und flugtauglich befunden werden.

Diese Eingewöhnung mit der Box müßte also in den jeweiligen Tierheimen stattfinden, dafür ist die Zeit einfach nicht da. Die Kollegen vor Ort sind immer an ihren Grenzen und zusätzliche Arbeit ist einfach nicht mehr machbar.

Außerdem ist es ratsam, sich auch noch mal bei der jeweiligen Airline über die Transportbedingungen zu informieren. Bei einer Schweizer Airline ist es unter anderem Voraussetzung für den Transport im Gepäckraum, dass das Tier sauber, gesund, ungefährlich, nicht trächtig ist und nicht riecht...

 

Es kann passieren, dass das Tier allein im Frachtraum sitzt- also ohne jeden Kontakt zu Mensch oder Tier.  Genauso, wie Koffer verloren gehen, besteht leider auch die Möglichkeit, dass eine Transportbox verloren geht. Die reine Flugzeit ist sicher ein Argument für den Transport mit einem Flugzeug- wenn man denn immer genug Flugpaten findet, die sich bereit erklären eine Box mitzunehmen.

Dazu kommt aber die Zeit vorher, in der der Vierbeiner  schon in seiner Box sitzt, der Flug aber noch nicht startet. Und danach dauert es auch wieder, bis die Box aus dem Frachtraum geholt ist.

Da meist auch nur große Flughäfen angeflogen werden, müßten Adoptanten auf jeden Fall eine weitere Anfahrt in Kauf nehmen, um ihr neues Familienmitglied abzuholen.

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Der Transport auf dem Landweg ist länger-keine Frage!

Aber- und das ist der Grund warum wir uns entschlossen haben, die über unseren Verein vermittelten Tiere auf diesem Weg zu holen- die Tiere sind unter ständiger Beobachtung (im Transporter sind 8 Kameras verbaut), sie haben Artgenossen um sich herum, Wasser zur Verfügung, die Raumtemperatur ist durch eine Klimaanlage geregelt und im Notfall kann der Beifahrer sofort eingreifen.

Sollte also ein Hund das Autofahren nicht vertragen, wird dieses in einem Transporter bemerkt. Im Frachtraum eines Flugzeuges nicht.

 

Und auch zur Frage, ob denn nicht eine Pause sinnvoll wäre bei der Länge der Reise:

Im Transporter befinden sich zwischen 20 und 30 Hunde. Nicht alle sind immer rudeltauglich. Es gibt Rüden, die sich nicht mit anderen Rüden vertragen.

Es gibt scheue Hunde, die sofort in Panik ausbrechen wenn sie in eine Situation kommen, die sie nicht einschätzen können...

Die Tiere kommen aus verschiedenen Tierheimen, kennen sich nicht und sollen dann alle zusammen klar kommen.

Das würde also für Fahrer und Beifahrer heißen, dass sie bei einem Stopp oder auch einer Übernachtung versuchen müssten, für jeden Hund die geeignete Unterbringung zu organisieren. Das ist nicht möglich! Und würde einfach auch ein zu hohes Risiko darstellen. Eine Fahrt ohne Zwischenstopp gibt allen die Sicherheit, dass ein Vierbeiner auch dort ankommt, wo er hin soll.

Von den Kosten, die auf die Adoptanten zu kommen würden bei einer zusätzlichen Übernachtung, brauchen wir da garnicht zu reden.

 

Und wenn man sich anschaut, wieviele Urlauber jedes Jahr viel längere Anreisen per Flugzeug oder Auto in Kauf nehmen, um an ihren Urlaubsort zu kommen- meist auch ohne Zwischenstopp und mit dem Vierbeiner an Bord- sind wir zu dem Schluss gekommen, dass es für die Tiere das kleinere Übel ist, wenn sie möglichst schnell mit einem Transporter in ihr neues Leben kommen.

 

 

 

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TRACES

 

Bei den Transporten handelt es sich immer um angemeldete und legale Transporte, die die EU-Richtlinien erfüllen und TRACES nutzen.

 

TRACES (Trade Control and Expert System) ist ein am 1. April 2004 von der EU eingeführtes Datenbanksystem, mit der die Transporte von Tieren (und bestimmten Erzeugnissen tierischen Ursprungs) innerhalb der EU sowie von Tieren und Erzeugnissen aus Ländern außerhalb der EU verfolgt werden können.

 

Ziel des Systems ist es, die Arbeit der Veterinärbehörden besser zu vernetzen, wobei die Nachverfolgbarkeit das wichtigste daran ist. TRACES speichert die Daten aller Importe und/oder Bewegungen innerhalb der EU von tierischen Erzeugnissen oder lebenden Tieren und erlaubt somit die sofortige und zeitnahe Nachverfolgung des Transportweges.

Vor dem Verladen der Hunde wird jeder einzelne Hund einer weiteren Kontrolle unterzogen. Dabei werden der Gesundheitszustand, die Impfungen und der Chip überprüft und erst danach kann das Tier auf die Reise in das Bestimmungsland gehen.

Die Ankunftsorte sind in der TRACES-Datenbank angegeben, so dass das zuständige Veterinäramt in Deutschland von dem Transport informiert ist und jederzeit die Einhaltung der Vorschriften überprüfen kann. Andere Ankunftsorte als die in der Datenbank angegebenen, werden nicht angefahren.