Hier ein paar Informationen zu den bekanntesten Mittelmeerkrankheiten.

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Leishmaniose

Die Übertragung erfolgt durch Sandmücken. In den 1950er Jahren wurden durch den Einsatz von Insektiziden(hauptsächlich DDT) gegen Malaria übertragende Anophelesmücken auch die Sandmücken stark dezimiert. Heute haben sich die Sandmückenpopulationen wieder auf das ursprüngliche Niveau vermehrt, wodurch im Mittelmeerraum die Erkrankungszahlen an Leishmaniosen bei Mensch und Tier wieder zunehmen.

Infolge der Tatsache, dass Leishmanien nahezu alle Organsysteme des Körpers befallen können, kann sich die Krankheit sehr vielfältig darstellen. Einem Großteil der erkrankten Tiere ist jedoch das Auftreten von Störungen der Haut gemein. Anhand der Verteilung dieser Störung können Rückschlüsse auf die Prognose der Erkrankung gezogen werden.

Die Ansteckung vom Hund auf den Menschen oder von Hund zu Hund oder zu anderen Haustieren ist mehr als unwahrscheinlich und wurde noch nie nachgewiesen.

Zur Ansteckung braucht es die Sandmücke als Überträger.

Die Krankheit ist behandelbar, aber leider bisher nicht heilbar. Ein erkrankter Hund hat aber mit den Medikamenten eine normale Lebenserwartung. Bei vielen Hunden reicht für eine lange Zeit die einmalige Medikation.

 

In Spanien wird wie folgt behandelt:

3 Wochen lang bekommt der Hund N-Methylglucamin-Antimonat (Glucantime®) gespritzt. Glucantime ist in etwa mit einer Chemotherapie vergleichbar und wirkt direkt und sofort auf die Erreger. Wie eine Chemotherapie auch, wirkt sich das Mittel erst einmal schwächend auf das Immunsystem aus.

Hier wird mittlerweile auch mit Miltefosin gearbeitet, da das Mittel oral verabreichbar ist. Es wird über 28 Tage gegeben.

Desweiteren kommt auch Domperidon (Leishgard) zum Einsatz, meist in der frühen Phase der Erkrankung und zur Unterstützung der Behandlung mit Allopurinol.

 

 

Danach oder schon dabei wird der Hund auf das Medikament Allopurinol eingestellt. Dieses kommt aus der Humanmedizin und ist sehr kostengünstig. Kosten je nach Größe und Gewicht des Hundes, ca. 3-5€/Monat.

(10 mg/kg, 2 x tgl. oral, mindestens 6 Monate)

Wichtig ist, dass der Test/Blutabnahme in regelmäßigen Abständen von 3-4 Monaten wiederholt wird, um ggf. die Tablettendosierung einstellen (oder im günstigsten Fall auch weglassen) zu können!

LM-Positive Hunde, die Allopurinol bekommen, sollten ein purinarmes Futter bekommen. Hier ist es egal ob Sie barfen möchten oder ein fertiges Produkt zum Einsatz kommen soll.

Der Allopurinol-Wirkstoff führt zu einem Anstieg der Xanthinausscheidung (hier hab ich mal Google befragt, das ist die Definition von Xanthin: Xanthin ist eine natürlich vorkommende Substanz des Nukleotidstoffwechsels. Sie ist Zwischenprodukt beim Purinabbau und wird durch die Xanthinoxidase in Harnsäure umgewandelt)

Durch den Anstieg von Xanthin kann es zur Bildung von Harnsteinen kommen, die wieder dann Nierenschäden verursachen könnten. Also soll man Allopurinol mit purinarmem Futter geben, um das zu verhindern.

 

Infos zur Fütterung, Medikamenten... bekommen Sie von uns sehr gern, wenn Sie sich für einen Hund mit positivem Test interessieren.

 

Ehrlichiose

Ehrlichiose ist eine Infektionskrankheit, die durch Zecken übertragen wird.

Symptome sind meist Abgeschlagenheit, Fieber, Nasenfluss.

Die Krankheit ist mit Medikamenten (Antibiotika, meist Doxycyclin) vollständig heilbar! Eine Übertragung der Krankheit auf den Menschen ist nicht möglich.

Rickettsien

Rickettsien sind eine Zwischenart von Bakterien und Viren. Als Überträger kommen Zecken in Frage, aber auch verschiedene Spinnentiere. Die Symptome sind sehr unterschiedlich, charakteristisch sind Einblutungen wie sie auch bei der Ehrlichiose (ebenfalls Rickettsienerkrankung) vorkommen. Kleine Entzündungen der Lymphknoten, Hautauffälligkeiten, Haarausfall, vermehrte Schuppenbildung gehören ebenfalls zum typischen Bild. Schwere Verläufe verursachen Organschäden, massive Gewebsuntergänge, sogenannte Nekrosen und Hirnhautentzündungen, abhängig vom jeweiligen Erreger.

In der Regel erfolgt die Behandlung mit einem Breitband-Antibiotikum über einen Zeitraum von wenigen Wochen, zusätzlich ist ein Immunpräparat, u./o. auch ein leberunterstützendes Präparat angezeigt. Bei Ehrlichiose erwies sich Imidocarb als Mittel der Wahl.

Filariose

Wird durch Fadenwürmer der Gruppe der Filarien übertragen. Wurm, der in der rechten Herzvorkammer und den Lungenarterien vorkommt und zu erheblichen Herz- und Lungenbeschwerden führt. Die Larven werden von Stechmücken übertragen.Die Behandlung erfolgt mit starken Medikamenten und die Krankheit ist damit komplett heilbar. Eine Übertragung der Krankheit auf den Menschen ist nicht möglich.

Babesiose

Die Erreger sind winzige Einzeller, die die roten Blutkörperchen befallen und eine Blutarmut erzeugen. Die Übertragung erfolgt durch Zecken. Die Krankheit wird Hunde-Malaria genannt und ist mit Medikamenten gut behandelbar. Eine Übertragung der Krankheit auf den Menschen ist nicht möglich.

Download - Infos zu den Mittelmeerkrankheiten
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