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Auch solche Sachen erlebt man, leider:
Ende Februar 2009 haben wir einen Schimmel gekauft- zum Reiten. Seine Beistellstute war auch gleich dabei, die beiden gabs nur im Doppelpack. Die bisherigen Besitzer hatten zweimal versucht, einen Offenstall zu erstellen, was an Behördenauflagen o.ä. gescheitert war und hatten nicht die Mittel, das ganze nochmal zu starten.
"Er ist ein bischen schreckhaft, aber schön zu reiten! "
So waren die Worte der Besitzerin. Aus dem Sport wurde er wegen chronischer Lahmheit genommen, im Untersuchungsbericht wurde aber nicht erwähnt, warum, da die Klinik nichts finden konnte.
Ich bin ihn geritten, er war schön ausgebildet, richtig wohl habe ich mich nicht auf ihm gefühlt. Aber man denkt ja immer, das wird noch )
Zum Juli 2009 sind wir umgezogen (mit allen "Viechern") und irgendwann stand dann der erste Ausritt an. Da kam dann etwas, mit dem keiner gerechnet hatte. Der Schimmel (bis dahin relativ artig), hat vor dem Tor gebuckelt, ist angestiegen und als er gemerkt hat, daß alles nichts nützt- hat er sich auf die Straße geschmissen!
Ich habe das in 30 Jahren mit Pferden so noch nicht gesehen und habe auch absolut keine Lust auf diese Dinge!
Beim nächsten Versuch ging dann wieder alles gut, es ist aber noch 3x passiert.
Im September 09 habe ich die Vorbesitzerin informiert, daß ich das Pferd nicht behalten will. Vertraglich war festgelegt, daß sie informiert werden muß.
Anfang Oktober kam dann ein Anruf( nicht etwa um den Abholtermin zu vereinbaren)- nein sie wollte das Pferd am 11.10. besuchen um zu sehen, wie er reagiert.
An dem Tag hat unser Sohn Geburtstag- also denkbar ungünstig!
Nachdem ich ihr dieses mitgeteilt habe und um einen anderen Tag gebeten habe, war Funkstille: fast 5 Monate!!!
Anfang März mußten wir die Beistellstute des Schimmels (altersbedingt) einschläfern. Ich habe ihn extra dabei gelassen, damit er sich verabschieden kann und eben weiß, sie ist nicht mehr.
Damit er nicht allein stehen muß, habe ich dann das Pony dazugestellt, er mochte sie nicht und hat sie gebissen.
Das alles habe ich dann wieder der Vorbesitzerin geschrieben, mit der Bitte um Termin zwecks "Rückführung".
Der Schimmel hat nach dem Tod seiner Stute abgebaut und wir sind eigentlich davon ausgegangen, daß es am Verlust der Stute liegt und er sich wieder erholt.
Der Landwirt, der uns die Heu-Quader liefert, hat jede Woche praktischerweise gleich den kplt. Quader in den Laufstall (mit Auslauf) des Schimmels geschoben -auf der Weide blieb er nicht, der Zaun war zu niedrig- damit er 24 Stunden fressen kann.
Hat nicht viel geholfen, er hat trotz rundum Fütterung abgenommen.
Darauf habe ich der Vorbesitzerin auch dieses wieder mitgeteilt und nachdrücklich darauf verwiesen, daß meines Erachtens Zähne nachgesehen werden müssen und falls das nicht hilft eine Blutprobe genommen werden muß.
Per Einschreiben habe ich dann eine 7-tägige Frist gesetzt, in der sie definitiv erklären muß, ob sie das Pferd zurücknimmt oder nicht.
Nach 6 Tagen hatten wir immer noch keine Antwort, am 7. Tag kam eine Mail: Ich nehme ihn zurück aber ich habe noch keinen Stall gefunden.
?????? Wie lange kann das dauern? Ich habe ihr per Post einen Vertrag mit Anschreiben geschickt und für Mai und Juni je 30,-€ Stallmiete gefordert. Das war eigentlich mehr symbolisch, die Kosten deckt das nicht mal im Ansatz!
Sie hat tatsächlich den Vertrag unterschrieben und seit 01.Mai 2010 war es dann wieder ihr Pferd! Die Abholung ist dann auf den allerletzten Drücker erfolgt (ab Juli wären jeden Monat 150€ Stallmiete fällig geworden)- am 27.Juni 2010!
10 Monate, nachdem ich ihr mitgeteilt habe, daß ich das Pferd nicht behalten will!!!
Die Krönung des Ganzen war dann eine SMS am Abend, als er endlich abgeholt war: Das Veterinäramt würde sich bei uns melden, da wir das Pferd ja praktisch haben verhungern lassen!
Ich habe mich insgesamt 18 Monate um den Schimmel und ein Jahr um die Stute gekümmert. Heu, Stroh, Rübenschnitzel, Eggersmann Senior Müsli, Minerale, Hufe machen und Wurmkuren bezahlt. Für ein Pferd, bei dem nach 6 Monaten schon klar war, daß wir ihn nicht behalten wollen!
3 Monate habe ich darauf hingewiesen, daß der Schimmel für sein Alter (17Jahre) nicht genug zunimmt, das Futter nicht verwertet und ein Tierarzt ran muß- ohne Erfolg!
Am allerschönsten finde ich, daß die Dame das Pferd eigentlich garnicht hätte verkaufen dürfen(der Kauf wurde umgangen, indem sie eine Schenkung an mich daraus gemacht hatte und den Kaufpreis dann für das Zubehör haben wollte), da sie ihn wohl mit Schutzvertrag übernommen hat.
Da ich für den Schimmel solche Dinge für die Zukunft ausschließen möchte, habe ich die letzte eingetragene Besitzerin telefonisch informiert, daß wir ihr ehemaliges Pferd die letzten 1,5 Jahre hier hatten. Und sie vielleicht einmal einen Blick auf ihn werfen sollte, falls ihr etwas daran liegt.
Nach diesem ganzen Theater hatte ich restlos die Nase voll und hoffe einfach mal, daß dieses ein Einzelfall ist und viele viele Pferdebesitzer einfach verantwortungsvoller mit ihren Tieren umgehen! |
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